Schlag gegen rechtsextremes Internet-Radio

Schwerpunkt in Sachsen-Anhalt Schlag gegen rechtsextremes Internet-Radio

Mit Hausdurchsuchungen in zahlreichen Bundesländern und in der Schweiz ist der Polizei ein Schlag gegen ein rechtsextremes Internet-Radio gelungen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes in Magdeburg kam der 26-jährige Hauptbeschuldigte am Mittwoch in Untersuchungshaft.

Gegen die Beschuldigten wird wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt.

Gegen ihn und zehn weitere Beschuldigte, die Moderatoren gewesen sein sollen, wird wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Wie die Polizei weiter mitteilte, soll über das Internet-Radio zu gewalttätigen Übergriffen auf Ausländer und Juden aufgerufen und der Holocaust geleugnet worden sein. In Sachsen-Anhalt wurden vier Objekte durchsucht. Aber auch in Thüringen, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen sowie in der Schweiz kam es zu weiteren zehn Durchsuchen von Wohnungen und Geschäftsräumen.

Nach Angaben der Polizei ist der 26-jährige Hauptverdächtige ein Deutscher, lebt allerdings in der Schweiz und soll seit Jahren der Verantwortliche des Internet-Radios sein. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen, er wurde in ein Gefängnis in Halle gebracht. Bei der Razzia stellten die Beamten Computer, Datenträger, schriftliche Unterlagen und rechtsextremes Propagandamaterial sicher. Wie die Ermittler weiter mitteilten, erfüllten die Kommentare der Moderatoren und die gespielte Musik fortwährend Straftatbestände, darunter Volksverhetzung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: MDR vom 18.07.2012